Canada and me online

Tuesday, September 13, 2005

Angekommen bin ich inzwischen ja schon seit einem knappen Monat und so langsam nimmt mein Leben hier Kontur an. Ich habe ein ganz bezauberndes Zimmer mit unzaehligen Fenstern und einem Prinzesinnenbett gefunden und fuehle mich darin sehr wohl. Ich wohne in einem WG Haus (klein und sehr viktorianisch, Foto folgt) im Erdgeschoss und teile das Stockwerk mit einer ganz netten, urspruenglisch chinesischen Mitbewohnerin und einem koreanischen Mitbewohner. Er ist schon etwas aelter (29) und macht gerade seinen Abschluss in Architektur, aber Alanis ist erst im zweiten Jahr und 20 zarte Jahre jung. Die meiste Zeit verbringe ich mit ihr, da sie sehr erklaerungsfreudig und hilfsbereit ist. Wenn meine Verpeiltheit mal wieder zu Verspaetungen fuehrt, dann rennt sie auch schonmal mit mir zu meinen Gebaeuden, damit ich mich hier nicht verlaufe....
"Freunde" oder Berkannte habe ich auch schon gefunden. Hauptsaechlich renne ich verpeilt mit einer anderen DAAD Stipendiatin (Irma, Foto) ueber den Campus, aber wir reden nur noch Englisch. Ausser ihr gibt es eine Gruppe von deutschen Jungs aus ihrer Uni, nem Schotten, ein paar Franzoesinnen, einem Hollaender, der mich permanent aergert, weil ich aus Deutschland bin...und ein paar Amis. Ihr seht die Gruppe ist wild gemischt und ich hoffe durch die Kurse auch ein paar nette Kanadier kennen zu lernen.
Da ich hier in Toronto Familie habe, hat mich das Heimweh noch nicht sehr schlimm getroffen, wobei mir vor allem meine kleine Schwester, die gerade in ihrer Aufbruchsphase zur Uni ist schon sehr fehlt. Ansonsten realisiert man bereits nach wenigen Tagen von Partyhype und
Einfuehrungen, dass die Leute hier alle auf ganz viel Spass aus sind und man wird sich wieder umso mehr bewusst, wie viel ihr alle da draussen Wert seit.

Die Uni hat gestern angefangen und ich muss pro Kurs zwischen 8 und 12 Romane lesen, 2 Referate halten, 2 essays von etwa 10 Seiten und eine Hausarbeit schreiben und mindestens eine Klausur bestehen.....Dazu kommen dann noch irgendwelche propolsals, die ich nicht kenne und von denen ich stark hoffe, dass sie nicht zu arbeitsintensiv sind. Auf der anderen Seite geniesse ich jeden Kurs und diese tollen Professoren und freue mich darauf mehr als in knapp drei Jahren Marburg in einem Semester zu lernen, denn ich merke schon, wie mir gerade literarisches Wissen noch fehlt. Daher habe ich beschlossen in einem Wahn statt drei gleich fuenf kurse zu belegen, da ich mich nicht entscheiden konnte und alles so gut klang.

Ich freue mich unglaublich, dass so viele von euch so fleissig und schnell geschrieben haben und verspreche jedem zurueckzuschreiben, sobald ich ein wenig Zeit finde. Diese Seite, die mir aufgrund der vielen Fotos, die ich mache, dann doch sehr sinnvoll erschien, haelt euch, wenn ihr mich mal vermissen sollt, oder interessiert seid anden banalen Fakten, auf dem Laufenden und zeigt euch auch visuell einige Aspekte von Kanada und meinem Leben hier. Da ich keine Kuenstlerin bin, bitte ich euch nichts zu sehr auf die Ordnung zu achten.
Soviel fuer heute und gruesst die deutschen Fleischereien von mir... I`ll be back!

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