Canada and me online

Saturday, March 25, 2006

Nein, das Jahr ist natürlich noch nicht vorbei, aber außer der freudigen Nachricht, dass ich zur WM fahre, habe ich in diesem Jahr noch gar nicht von meinem Leben hier berichtet. Wer vermutet hat, dass ich vor lauter Stress nicht schreibe, hat Recht behalten, allerdings bedeutet dies nicht, dass nicht auch viele tolle Dinge passiert sind...

Fangen wir doch mal von ganz vorne an. Nachdem Anna nach Hause geflogen war, ist hier erstmal Geschäftigkeit angesagt gewesen. Unzählige Seiten wollten gelesen und noch mehr Referate und Kurzpaper vorbereitet und recherchiert werden. Daher stürzte ich mich voll in die Arbeit. Der schöne Nebeneffekt dabei war, dass ich mich umso mehr auf den baldigen Besuch Christophs und Antjes (Daniels Bruder und Schwegerin in spe) bei Daniel vorfreuen konnte, denn da man hier im Februar nicht viel zu lachen hat, versucht die Uni dem Suizid etlicher Studenten, die mit Winterdepressionen und Midtermstress kämpfen durch eine Woche Ferien vorzubeugen, die zum Studieren, oder Reisen in ferne Länder genutzt werden kann. Ich habe mich aufgemacht ins schöne Amherst um ein paar Tage mit Daniel zu verbringen und anschließend mit Christoph, Antje und ihm für ein Wochenende nach Boston zu fahren. Aber seht selber...







Rückblick 2006

Allerdings war diese reading week, oder wie sie im Studentenmund heißt 'spring break', nicht nur spaßig, da ich eine komplette Hausarbeit über Old English schreiben musste, wovon ich dachte keine Ahnung zu haben. Wie sich herausstellt, hat sich die Arbeit jedoch gelohnt... Stressig war es trotzdem, zu lernen, wenn man eigentlich viel lieber Urlaub machen will. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass ich bis auf zwei Wochen Semesterferien!!!! über Weihnachten und einem Feiertag bisher keine Ferien hatte und auch die Semesterferien bevor ich nach Kanada geflogen bin nonstop gearbeitet habe. Daher war ich an diesem Punkt unglaublich erschöpft und unmotiviert. Das führt zu Heimweh und Lustlosigkeit.
Ich beschloss dagegen anzukämpfen und mache jetzt regelmäßig Sport!!!!! Es ist zwar nur ein Fitnessstudio, aber mein Arzt wird sich trozdem freuen.

Ein weiteres supposed-to-be Highlight sollte das Chinese New Year event in der Canadian National Exibition Place sein. Nachdem meine Mitbewohnerin non-stop auf mich eingeredet hatte, wie sehr ich doch dabei sein muss, da ich ihre Familie hier bin und sie nicht allein gehen will, habe ich trotz Fieber zugesagt. Allerdings hatte sie nicht erwähnt, dass das ganze 10 Dollar Eintritt kostet und 20 andere Leute mitkommen, unter anderem ihr Freund! Also hat Sahar, vollgepumpt mit Medikamenten, versucht das ganze mit Humor zu nehmen..... Humor heißt in diesem Fall, das ich mich kaputtgelacht habe über die "massenhafte Beteiligung" unserer chinesischen Mitbürger an ihrer eigenen Veranstaltung. Die riesige Halle war fast leer. Die einzigen Anwesenden waren die Verkäufer von Ramsch und Küchenmaschinen!!! und das Programm war eine kanadische! Kinder Hip Hoptanzgruppe... Man muss dazu sagen, dass Toronto etwa so viele Chinesen hat, wie Kreuzberg Türken. In meiner Gegend (nördlich von Chinatown) leben zu 90% Chinesen und Koreaner.




Nach der 'spring break' kam die Horrorphase, die ich inzwischen mit gutem Gewissen die stressigste Zeit meines Lebens nennen kann. Nachdem ich, wie bereits erwähnt, in Amherst schon die halbe Woche an meiner Hausarbeit saß, ging es danach erst so richtig los. Ich hatte in der Woche danach erst einmal ein Referat, wofür ich noch einen kompletten Roman lesen musste. Daniel hatte für uns einen Traumurlaub auf den Bahamas gebucht, der drei Wochen nach diesem Referat stattfinden sollte. Als wir gebucht haben, war mir nicht klar, dass ich, da ich eine Woche blau machen würde, in den zwei einhalb Wochen davor 6 große (10-15 Seiten) Hausarbeiten schreiben muss. Also habe ich nach diesen Referat keinen Tag mehr an der frischen Luft verbracht und hab in knapp drei Wochen etwa 30 Stunden Schlaf bekommen. Ich hatte etwa 65 Bücher in meinem 10 qm Zimmer und hab mich wie ein Muli gefühlt, als ich sie zurückgeschleppt habe (in 3 Fuhren). Aber ich habe es geschafft und bin am 16. März, mit dem Gesicht eines Zombie-Greises los auf große Reise. Nachdem ich die Nacht vorher von Toronto nach Buffalo gefahren war, dort in der Eiseskälte auf einen Bus gewartet habe, der mich zum Flughafen bringen sollte, aber nie kam, daraufhin zu einem Fremden ins Auto gestiegen bin, der mich tatsächlich zum Flughafen brachte und ich daraufhin die Nacht schlaflos am Buffalo Niagara International Airport verbracht habe, flog ich morgens los nach New York. Dort traf ich meinen Liebsten und wir flogen los auf den romantischsten Trip unseres Lebens.








Wir waren in einem kleinen Hotel, mitten in Nassau, der Hauptstadt der Bahamas, untergbracht und wir habe so ziemlich jede Sekunde genossen...FAST!!!








Tag 1

Um kurz nach 4 landeten wir in Nassau und nach atemberaubenden Eindrücken aus dem Flugzeug, wurden wir im Flughafen von einer Band begrüßt die Calypsomusik spielte...nett! Danch wurden wir durch die halbe Insel (natürlich am Meer entlang) zum Hotel geshuttelt und sind trozt meiner schlaflosen Nacht direkt los um die Insel zu erkunden. Auf der Suche nach einem Supermarkt, kamen wir durch wunderschöne, untouristische Gegenden und fanden eine bezaubernde Kirche unter Palmen, mit einem ganz tollen, alten Fiedhof. Wahnsinn!
Nachdem wir uns, wie es sich für den "amerikanischen Touri" gehört, mit Kaffee von Dunkin Donuts eingedeckt hatten, gings zurück ins Hotel und 30 Sekunden später war ich im Tiefschlaf....







Tag 2

Diesen Tag nutzen wir dazu Nassau etwas besser kennenzulernen. Ein Spaziergang über den Straw Market (ein berühmter bahamischer Markt, auf dem einheimische Handwerkskunst und touristische Artikel verkauft werden) und Baystreet, wo so ziemlich alles Läden auf Amerikaner ausgerichtet waren und der anschließenden Gang zum Strand (siehe Photos auf Daniels Weblog www.daniel-overseas.blogspot.com). Der war wie erwartet feinsandig weiß und atemberaubend schön. Außerdem war er gar nicht so voll, wie erwartet (europäische Strände im Sommer sind 10 Mal so voll). Das Wasser war alles von azurblau über türkis bis hellblau.





Tag 3

Heute sollte es mit dem Roller über die Insel gehen, auf der Suche nach dem perfekten einsamen Strand und einheimischen, landsachaftlichen Schönheiten.... Nachdem das Gnuli sein Talent zum Handeln eingesetzt hatte, mieteten wir uns sehr günstig einen Roller und es ging los. Auf unserem Weg haben wir bestimmt 50 verschiedene Blumen und Blütensorten gesehen und jede Sorte war noch farbenfroher als die letzte. Nachdem wir einmal um die ganze Insel gefahren waren, hatten wir endlich unseren perfekten Strand gefunden und verbrachten dort noch ein paar schöne Stunden bis zum Abend. Unter anderem haben wir dutzende der berühmten bahamischen Conches gefunden. Die Conch ist eine sehr große Schneckenförmige Muschel (die Muscheln, in denen man angeblich das Meer hört) mit einem wunderschönen pinken Inneren. Später ging es dann noch in die "trendy" Bar 'Senor Frog's' die direkt am Meer lag. Dort lernten wir ein sehr nettes Pärchen aus unserem Hotel kennen und ließen den Abend bei Quesadilla und Fajita mit kalten 'Kalik beer' ausklingen.






















Tag 4

Leider hatte ich inzwischen eine ziemlich üble Sonnenallergie und Daniel einen bösen Sonnenbrand (trotz eincremen). Die Sonne scheint auf den Bahamas viel stärker zu sein. Daher beschlossen wir etwas weniger Sonne abzubekommen und in einen Tropenzoo zu gehen. Dort fütterten wir Papagaien, sahen eine tolle Flamingoshow und Daniel hat einen neuen besten Freund... Danach sind wir noch ein wenig durch Nassaus berühmte Innenhöfe gebummelt.











Tag 5

Heute sollte es nach Paradise Island gehen. PI ist eine kleine Insel, die durch eine Brücke mit Province Island, Nassau verbunden ist. 75% dieser Insel gehören einem Investor, der eine riesige Hotelanlage und ein buntes timesharing-Häuserdorf gebaut hat. Daher ist die Insel zwar sehr künstlich, aber eindrucksvoll und schön. Unter anderem schwimmen um die Poolbar des Hotel Atlantis Haie und Rochen.... Der Strand ist allerdings der absolute Hammer, da er wohl regelmäßig gereinigt wird. Wenn man etwa 10 Minuten läuft, ist man sogar ungestört!!! Der Abend, der diesem tollen Tag folgte war allerdings alles andere als erfreulich. Daniel hatte einen schrecklichen Sonnenbrand auf den Füßen und meine Sonnenallergie auf den Oberschenkeln rieb an meinem Rock und brachte mich um den Verstand.... Da wir auf dem Hinweg bereits die Fähre genommen hatten und nicht schon um 17.30 zurück fahren wollten, beschlossen wir zu laufen. Das war eine ganz dumme Entscheidung, da wir beide nicht wussten, dass wir auch einen Sonnenstich hatten. Als wir fast am Hotel waren, schickte ich Daniel heim, da er üblere Schmerzen zu haben schien als ich und ging zum MC Donalds um etwas zu Essen zu besorgen.... Im MC D. wurde mir dann schlecht vor Schmerz und ich kippte um. Ein sehr freundlicher Bahamese begleitete mich dann zum Hotel, wo ich Daniel unter vielen Decken zitternd vorfand. Schüttelfrost und Fieber!!!! Ich fing an zu heulen, Daniel brachte mir kalte Tücher für die Beine und dann ging es bei mir auch los. Mir wurde zudem total übel und wir verbrachten eine Horrornacht mit wenig Schlaf und viel Schmerz.









Tag 6

Der Vortag hatte uns vernünftig gemacht und wir verbrachten den halben Tag im Zimmer vor dem Fernsehen, da man in Nassau nicht viele Inddoraktivitäten machen kann. Nachdem wir vergeblich nach einer Bar gesucht hatten, in der das Deustchland-USA Spiel übertragen wird, beschlossen wir ein wenig durch die Stadt zu schlendern und aßen anschließend bahamische Conchfritters, eine einheimische Delikatesse...Lecker!!!! Allerdings muss man sagen, dass die Bahamesen den Amis in ihrer fettigen Ernährung in nichts nachstehen, in der Übergewichtigkeit übrigens auch nicht!!!









Tag 7

Dieser Tag sollte der Höhepunkt unseres Urlaubs werden. Die ganze Woche hatten wir nach einer guten und bezahlbaren Schnorcheltour recherchiert und hatten einen Trip zu einer unbewohnten Insel mit Schnorcheln, BBQ, Wassersport nach Lust und freiem Fruchtpunch gefunden. Zuerst waren wir etwas skeptisch, wie es sein würde mit einer Gruppe Touristen auf eine Insel zu fahren und hatten Angst, dass es ein Reinfall wird, aber der Tag war einfach unglaublich! Wir wurden morgens abgeholt und zum Boot gefahren, welches uns und 20-30 andere nach Rose Island fahren sollte. Dort angekommen fanden wir tatsächlich eine einsame Insel und sehr freundliche Tourguides vor. Die Insel war absolut naturbelassen und überall hingen tolle Hängematten zwischen den Bäumen. Wir konnten Schnorcheln, Paddeln, Tretboort fahren und relaxen. Daniel und ich wollten v.a. schnorcheln und wurden vom einem Guide eingewiesen. Mit Fischfutter ausgestattet machtem wir uns auf in die Korallenriffe und fanden tasächlich Dutzende verschiedener Fischarten in den schillerndsten Farben. Die großen Fische fraßen einem dann tatsächlich aus der Hand und alle anderen ließen sich durch uns nicht beirren. Das war wirklich atemberaubend. Danach ging es a in die Hängematten und nach ein wenig Ruhe erkundeten wir die Insel und vor allem den Strand. Dann gab es ein BBQ lunch und Obst zum Nachtisch (welches gar nicht so üblich ist auf den Bahmas, da es hier kaum wächst!!!). Den ganzen Tag wurden wir außerdem mit kühlem Frucktpunsch verwöhnt. Das machte den schlechten Wein und den viel zu starken Rumpunch beim Mittagessen wieder wett. Danach gings für uns noch einmal ab ins Wasser und dann war der Tag leider auch schon um. Schneller als uns lieb war. Abends haben wir dann noch einen letzten Spaziergang gemacht und danach fing es an zu schütten wie aus Eimern. Das machte den Abschied etwas leichter. Auch am nächsten Morgen regnete es und war grau. In New York hieß es dann WIEDER Abschied nehmen. Es wird immer schwerer....






















Ausblick

Jetzt geht alles ganz schnell. In 3 Wochen ist das Semester vorbei und ich ziehe wieder in die Wohnung meiner Cousine. Direkt nach dem Wochenende am 15. April fahre ich dann ein letztes Mal zu Daniel um Geburtstag nachzufeiern!!!! (7. April) Von dort aus fliege ich nach Seattle, treffe dort meine kanadische Freundin Lia und fahre mit ihr nach Vancouver. Dort touren wir dann herum, fahren anschließend nach Vancouver Island und Victoria und wieder zurück nach Toronto. Wenige Tage darauf kommen meine Eltern für 2 Wochen nach Kanada und zusammen fahren wir dann nach Ottawa, Quebec City, wo meine Onkel und meine Cousine leben. Mit allen fahren wir dann hoch an die Gaspé Halbinsel und verbringen dort ein weniig Zeit. Danach fliegen meine Eltern am 20. Mai nach Hause und meine ltzten 4 Tage in Toronto brechen an.... Wie ihr seht geht es ab jetzt rasend aufs Ende zu. Ich werde die letzten eineinhalb Monate genießen und freue mich dann unendlich auf zu Hause!!!!!! I'm coming home!